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Die fleißige Fuchs und der faule Bär

Es war einmal ein dichter Wald, der von vielen verschiedenen Tieren bewohnt wurde. Unter ihnen waren ein fleißiger Fuchs und ein fauler Bär, die beide sehr unterschiedliche Lebensweisen führten.

Der Fuchs, der als “Felix” bekannt war, war stets eifrig und fleißig. Jeden Tag war er schon früh auf den Beinen, um nach Futter zu suchen und seine Fuchsfamilie zu versorgen. Er arbeitete hart und nutzte seinen Verstand, um den Herausforderungen des Waldes zu begegnen.

Der Bär hingegen war das genaue Gegenteil. Er hatte den Namen “Bruno” und war ein Meister der Faulheit. Anstatt zu arbeiten und nach Nahrung zu suchen, verschlief er die meiste Zeit des Tages und verließ sich darauf, dass ihm die Mahlzeiten von anderen Tieren gebracht wurden. Er war zwar groß und stark, aber er nutzte seine Kraft kaum.

Eines Tages, als der Winter vor der Tür stand, beschloss Felix, Vorräte für seine Familie zu sammeln, damit sie während der kalten Monate genug zu essen hätten. Er streifte durch den Wald und sammelte Beeren, Nüsse und alles, was er finden konnte, um seine Speisekammer zu füllen.

Bruno, der Bär, sah das emsige Treiben des Fuchses und spottete: “Felix, warum verschwendest du deine Zeit mit all dieser Arbeit? Genieße das Leben und mach es dir bequem! Es gibt so viele andere Dinge, die man tun kann, anstatt den ganzen Tag zu arbeiten.”

Felix lächelte und erwiderte: “Bruno, der Winter naht, und wenn wir nicht genug Vorräte haben, wird es schwierig, genug Nahrung zu finden. Es ist besser, jetzt zu arbeiten und später die Früchte unserer Arbeit zu genießen.”

Der Bär lachte nur und sagte: “Du bist ein Narr, Felix. Ich werde mich auf meinen Instinkten verlassen und einfach in den Winterschlaf gehen, wenn es kalt wird. Ich werde keine Zeit mit Vorräten verschwenden.”

Die Zeit verging und der Winter kam. Der Schnee bedeckte den Boden und die Temperaturen sanken. Felix und seine Familie waren gut vorbereitet. Sie hatten genug Vorräte gesammelt, um die kalten Monate zu überstehen.

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Bruno hingegen hatte keine Vorräte angelegt und musste hungrig in den Winterschlaf gehen. Als er aus dem Schlaf erwachte, war er schwach und abgemagert. Er hatte kaum genug Kraft, um aufzustehen und nach Nahrung zu suchen.

Als Felix den Bären in seinem Zustand sah, entschied er, ihm zu helfen. Er brachte Bruno etwas von seinen Vorräten und sagte: “Bruno, es ist wichtig, für die Zukunft zu planen und vorausschauend zu handeln. Ich hoffe, du hast aus dieser Erfahrung gelernt.”

Bruno dankte Felix und versprach, in Zukunft fleißiger zu sein und sich besser auf den Winter vorzubereiten.

In den folgenden Monaten erholte sich Bruno allmählich, und er begann, von Felix’ Arbeitsmoral zu lernen. Er beschloss, seinen Lebensstil zu ändern und fleißiger zu sein, um sich und seine Bärenfamilie besser versorgen zu können. Er begann, nach Nahrung zu suchen und Vorräte für den kommenden Winter anzulegen.

Währenddessen beobachtete Felix, wie sich Bruno veränderte, und freute sich über dessen Fortschritte. Die beiden Tiere wurden enge Freunde und arbeiteten oft zusammen, um ihre Familien zu versorgen. Sie tauschten auch Tipps und Ratschläge aus, wie man im Wald am besten überleben konnte.

Der Sommer verging, und der Herbst kam. Felix und Bruno hatten beide hart gearbeitet und genug Vorräte für den Winter gesammelt. Als die ersten Schneeflocken fielen, waren sie bereit, sich in ihren Höhlen zurückzuziehen und den kalten Monaten zu trotzen.

Der Winter war lang und hart, aber sowohl Felix als auch Bruno hatten genug Nahrung, um ihre Familien zu versorgen. Sie verbrachten ihre Tage in der Wärme ihrer Höhlen, erzählten Geschichten und lauschten dem Heulen des Windes.

Als der Frühling endlich kam und die Schneedecke schmolz, traten Felix und Bruno aus ihren Höhlen und begrüßten die warmen Sonnenstrahlen. Sie hatten den Winter überstanden, dank ihrer harten Arbeit und Voraussicht. Die beiden Freunde sahen einander an und lächelten, in dem Wissen, dass sie gemeinsam stärker waren.

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In den darauffolgenden Jahren arbeiteten Felix und Bruno weiterhin Seite an Seite, um ihre Familien zu versorgen und den Herausforderungen des Waldes zu begegnen. Ihre Freundschaft wurde zu einer Legende unter den anderen Tieren, und ihre Weisheit und Zusammenarbeit wurden von vielen bewundert.

Und so lehrte die Fabel vom fleißigen Fuchs und dem faulen Bären, der sich zum Besseren veränderte, den Tieren im Wald eine wichtige Lektion. Sie lernten, dass harte Arbeit und Voraussicht entscheidend sind, um in schwierigen Zeiten zu überleben. Ebenso wichtig war die Erkenntnis, dass Zusammenarbeit und Freundschaft auch zur Stärke und zum Wohlergehen der Gemeinschaft beitragen können.

Und so endet die Geschichte des fleißigen Fuchses und des faulen Bären, die zu Freunden wurden und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens meisterten. Mögen wir alle aus ihrer Weisheit lernen und unser Bestes geben, um fleißig, vorausschauend und hilfsbereit zu sein, damit auch wir in schwierigen Zeiten gedeihen können.

Fabel und Illustration von Matthias Böhm