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Die Spiegelwelt der Wunschgeister

Es war einmal eine Welt, die Spiegelwelt der Wunschgeister. Diese Welt war anders als unsere eigene, denn sie existierte hinter den Spiegeln, die wir jeden Tag benutzen. In dieser Welt lebten die Wunschgeister, magische Wesen, die jedem Menschen einen Wunsch erfüllen konnten. Doch um einen Wunsch zu erfüllen, musste man zuerst in die Spiegelwelt gelangen und die Geister kennenlernen. Niemand wusste, wie man in diese Welt gelangte, bis auf ein kleines Mädchen namens Emma.

Emma war ein neugieriges Kind, das jeden Tag vor dem Spiegel stand und sich fragte, was sich hinter der spiegelnden Oberfläche verbarg. Eines Tages, als sie wieder vor ihrem Spiegel stand, bemerkte sie, dass sie nicht mehr nur ihr Spiegelbild sah, sondern auch eine neue Welt dahinter. Sie hatte keine Angst, sondern war neugierig und entschlossen, diese neue Welt zu erkunden. Sie streckte ihre Hand aus und berührte die Spiegeloberfläche. Zu ihrer Überraschung fühlte es sich nicht hart und kalt an, wie Glas, sondern weich und warm, wie ein kuscheliges Kissen.

Emma schloss die Augen und spürte, wie sie langsam in den Spiegel hineingezogen wurde. Als sie ihre Augen wieder öffnete, fand sie sich in der Spiegelwelt der Wunschgeister wieder. Alles sah anders aus, als sie es kannte. Die Bäume hatten leuchtende Blätter in den Farben des Regenbogens, die Vögel sangen Lieder, die wie sanfte Melodien klangen, und der Himmel war von einem wunderschönen Türkis, das mit kleinen funkelnden Sternen übersät war.

In dieser Welt begegnete Emma einem der Wunschgeister. Er war klein und rundlich, mit einem langen Bart und einer Mütze, die ständig die Farbe wechselte. Seine Augen funkelten vor Freude, als er Emma sah, und er stellte sich vor: “Ich bin Wunibald, der Wunschgeist. Willkommen in der Spiegelwelt der Wunschgeister, Emma!”

Emma staunte über das, was sie sah, und fragte neugierig: “Wie bin ich hierhergekommen? Und was sind Wunschgeister?”

Wunibald lächelte und erklärte: “Die Spiegelwelt ist ein magischer Ort, der nur für diejenigen zugänglich ist, die an die Kraft der Fantasie und an die Magie der Wünsche glauben. Wir Wunschgeister sind die Hüter dieser Welt und haben die Fähigkeit, Wünsche zu erfüllen. Jeder von uns hat eine besondere Gabe, die er nutzen kann, um anderen zu helfen.”

Emma war begeistert von der Idee, dass es Wesen gab, die Wünsche erfüllen konnten, und fragte Wunibald, ob er ihr einen Wunsch erfüllen könnte. Der Wunschgeist lächelte und nickte: “Natürlich kann ich das, Emma. Aber zuerst musst du mir helfen, ein kleines Problem zu lösen, das wir hier in der Spiegelwelt haben.”

Emma war bereit, Wunibald bei seinem Problem zu helfen, und fragte ihn, was genau das Problem sei. Wunibald führte Emma zu einem großen Spiegel, der in der Mitte der Spiegelwelt stand. Der Spiegel war anders als die anderen; er war trüb und dunkel, und man konnte kaum etwas darin erkennen.

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“Dies ist der Spiegel der Weisheit”, erklärte Wunibald. “Er zeigt uns Wunschgeistern, wie wir am besten helfen können, Wünsche zu erfüllen. Aber seit einiger Zeit ist der Spiegel getrübt und wir können nichts mehr darin sehen. Das bedeutet, dass wir keine Wünsche mehr erfüllen können, bis der Spiegel wieder klar ist. Emma, könntest du uns helfen, den Spiegel der Weisheit zu reinigen?”

Emma war sich nicht sicher, ob sie die Aufgabe bewältigen konnte, aber sie wollte es versuchen. “Ich werde mein Bestes tun, Wunibald!”, versprach sie.

Wunibald führte Emma zu einer Bibliothek, in der es Bücher über die Spiegelwelt und ihre Geheimnisse gab. “Hier findest du alles, was du wissen musst, um den Spiegel der Weisheit zu reinigen. Viel Glück, Emma!”, sagte der Wunschgeist und verschwand.

Emma begann, in den Büchern zu lesen und fand heraus, dass der Spiegel der Weisheit nur gereinigt werden konnte, wenn man drei besondere Zutaten fand: das Wasser der Klarheit, den Staub der Zeit und das Lied der Harmonie. Jede Zutat war in einem anderen Teil der Spiegelwelt versteckt.

Zuerst machte sich Emma auf die Suche nach dem Wasser der Klarheit. Sie folgte einem Fluss, der aus leuchtendem Wasser bestand, bis sie einen Wasserfall erreichte. Dort fand sie eine kleine Flasche, die mit Wasser gefüllt war. Als sie die Flasche öffnete, spürte sie sofort, dass dieses Wasser etwas Besonderes war – es war das Wasser der Klarheit.

Als nächstes machte sich Emma auf die Suche nach dem Staub der Zeit. Sie fand ihn in einer Höhle, die tief unter der Erde lag und von wunderschönen Kristallen erleuchtet wurde. In der Höhle entdeckte Emma eine kleine Schatulle, in der sich der Staub der Zeit befand.

Schließlich machte sich Emma auf die Suche nach dem Lied der Harmonie. Sie folgte dem Klang einer sanften Melodie, die sie zu einem versteckten Garten führte. In der Mitte des Gartens stand eine Harfe, die das Lied der Harmonie spielte. Emma nahm vorsichtig eine der Saiten der Harfe und steckte sie in ihre Tasche.

Nun hatte Emma alle Zutaten beisammen und kehrte zum Spiegel der Weisheit zurück. Sie öffnete die Flasche mit dem Wasser der Klarheit und benetzte den Spiegel damit. Dann streute sie den Staub der Zeit über den Spiegel und zupfte die Saite der Harfe, um das Lied der Harmonie zu spielen.

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Langsam wurde der Spiegel wieder klar und zeigte die Spiegelwelt in ihrer ganzen Pracht. Wunibald und die anderen Wunschgeister kamen herbei und jubelten vor Freude. “Du hast es geschafft, Emma! Du hast den Spiegel der Weisheit gereinigt!”, riefen sie begeistert.

Wunibald trat vor und sagte: “Wir sind dir sehr dankbar, Emma. Du hast uns geholfen, unsere Fähigkeit, Wünsche zu erfüllen, wiederherzustellen. Als Zeichen unserer Dankbarkeit möchten wir dir nun einen Wunsch erfüllen. Was wünschst du dir?”

Emma dachte nach und sagte schließlich: “Ich wünsche mir, dass alle Kinder auf der Welt glücklich sind und genug zu essen, sauberes Wasser und ein Zuhause haben.”

Die Wunschgeister lächelten und nickten. “Das ist ein wunderbarer und selbstloser Wunsch, Emma. Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, um diesen Wunsch wahr werden zu lassen.”

Emma verabschiedete sich von den Wunschgeistern und kehrte durch den Spiegel in ihre eigene Welt zurück. Von da an bemerkte sie, dass immer mehr Kinder in ihrer Umgebung glücklicher waren und ein besseres Leben führten. Sie wusste, dass die Wunschgeister ihr Versprechen gehalten hatten und ihr Wunsch wahr geworden war.

Die Geschichte von Emma und der Spiegelwelt der Wunschgeister wurde in ihrem Dorf weitererzählt, und die Kinder lernten, an die Kraft der Fantasie und an die Magie der Wünsche zu glauben. Sie verstanden, dass es wichtig war, anderen zu helfen und für das Wohl aller zu sorgen.

Und so lebten Emma und die Kinder in ihrem Dorf glücklich und zufrieden, mit dem Wissen, dass es eine Welt hinter den Spiegeln gab, in der magische Wesen darauf warteten, ihnen bei der Erfüllung ihrer Wünsche zu helfen. Die Welt der Wunschgeister hatte ihnen beigebracht, dass es möglich war, Träume wahr werden zu lassen, solange man bereit war, die Grenzen seiner Fantasie zu erweitern und anderen zu helfen.